27 Aug

Spielerisch Bilder entwickeln

Ines Schaffranek, Autorin des Buches “Sketchnotes kann jeder”, hat sich ein kleines Kartenspiel ausgedacht. Mit diesem kann man auf verschiedenen Wegen Symbole und Bild-Kombinationen erstellen. Ich habe mir das Spiel einmal angesehen.

Ein Sonntagnachmittag ist die richtige Zeit, um sich spielerisch zu beschäftigen. Also erstmal den Drucker aktiviert – das Kartenspiel kommt als PDF ins Postfach – und die Schere geschnappt. Ines, deren Buch “Sketchnotes kann jeder” ich hier in meinem Blog rezensiert habe, nennt das Spiel Picdea. Das steht für “PIcture DEvelopment CArds”.

 

Anleitung und ausgeschnittene Karten

Was ist drin?

  • Eine Anleitung
  • 19 Symbolkarten bzw. 19 Seiten mit je 9 Symbolen
  • 7 Fragekarten
  • 2 Vorlagen zum Erstellen eigener Symbolkarten

Der Wert liegt nicht in einem hochwertigen Druckerzeugnis, das Spiel hat eine leicht “rauhe” Optik, handgezeichnet, komplett per Hand geschrieben und in Schwarz-Weiß. Für das Spiel hat Ines nach eigenen Angaben zusammen mit einem Coach aus der systemischen Beratung neben den Symbolkarten Fragekarten entwickelt, die sich in der Gruppenarbeit einsetzen lassen.

 

 

Ansätze für die Entwicklung von Bildern

  • Masse: viele Symbole führen zu einem neuen Bild
  • Plus: Kombination von mindestens zwei Bildern ohne Ähnlichkeit in der Form
  • Fusion: Kombination von Bildern mit ähnlicher Form
  • Etikett: Symbol mit Begriff beschriften
  • XXL: Symbol vergrößern in Relation zur menschlichen Figur
  • Gegenteil: Positiv – Negativ

 

Blick auf die Bildideen- und Fragekarten

Für wen wurde das Spiel gemacht?

Auf ihrer Website erklärt Ines es so: 

  1. Kinder – sie spielen ohnehin intuitiv mit Bildern herum.
  2. “Kritzelprofis” – also Menschen, die schon mit Visualisierung arbeiten. Diese sollen über das Spiel die Möglichkeit erhalten, Bildideen zu entwickeln und ihr Bildvokabular aufzustocken.
  3. Coaches – sie können das Spiel für aufwärmende Übungen in Gruppen einsetzen oder für Kreativphasen in Coachings und Seminaren.

Fazit

Ich habe die Karten nicht im Kontext einer Gruppe ausprobiert. Daher kann ich nur sagen: Die Bildkarten sind in jedem Fall hilfreich beziehungsweise motivierend und ein guter Ansatz, um mit dem Entwickeln neuer Bildvokabeln zu beginnen. Mit den Fragekarten konnte ich nicht so recht etwas anfangen. Liegt vielleicht daran, dass ich selbst ausgebildeter Coach mit einem entsprechenden Methodenkoffer bin. Selbstcoaching würde ich für mich persönlich anders aufsetzen als über die Fragen, die das Spiel bietet.

Das PDF gibt es jedenfalls hier. Ich bin mir sicher, dass Ines gerne Anregungen aufnimmt und sich über Erfahrungsberichte mit dem Kartenspiel freut. Vielleicht probiert es jemand in Gruppen, Trainings oder Workshops aus und schreibt selbst einen Artikel über das Spiel? Dann gerne auf meinen Blogpost verlinken.

 

05 Aug

Rezension: Sketchnote Starthilfe – Neue Bilderwelten

“Die Sketchnote Starthilfe” von Tanja Wehr aus dem vergangenen Jahr war eines der ersten deutschsprachigen Fachbücher für unsere Szene. Nun hat Tanja ein zweites Buch aufgelegt. Wer ihre Arbeit als Sketchnoterin kennt, weiß, dass er wieder mit vielen hilfreichen Zeichenanleitungen rechnen kann.

Neue Bilderwelten

“Die bunte Mischung der Themen in diesem Buch ist durch Rückmeldungen von Lesern des ersten Buches entstanden”, heißt es in der Einleitung. Wer das erste Buch noch nicht in den Fingern hatte, hier auf meinem Blog ist eine Rezension zu finden.

Tanja Wehr und auch andere Influencer der Sketchnote-Szene werden zu Recht im Übrigen nicht müde, immer wieder auf eine Sache hinzuweisen:  Jeder kann lernen, einfache Bildsymbole zu zeichnen. Und darauf konzentriert sich dieses Buch mit vielen Strich-für-Strich-Anleitungen.

Hier ein Blick ins Buch:

Viele, viele Themen

Am besten gefällt mir die Übersicht über die Bildsymbole gleich auf den ersten Seiten. Auf diese Weise kann man quasi sofort ins praktische Arbeiten einsteigen und direkt ins zweite Kapitel “springen” – zu den Stellen, die einen interessieren. Ich liste mal, was es alles gibt:

  • Baustelle
  • Im Café
  • Feiertage
  • Finanzen & Büro
  • Im Garten
  • Geschichte
  • Kleidung & Gesicht
  • Krimi
  • Küche
  • Kunst
  • Länder
  • Landschaften
  • Möbel
  • Musik
  • Neue Arbeit
  • Pflanzen
  • Rezepte
  • Schule
  • Spielzeug
  • Technik
  • Tiere
  • Urlaub
  • Veranstaltung
  • Verkehr

 

 

Weitere Tipps und Hilfen

Ein paar Punkte aus dem Buch will ich noch gesondert erwähnen. Für Eilige: Weiter unten haben ich ein Foto des Inhaltsverzeichnisses eingefügt.

Im ersten Kapitel gibt es einen Rückgriff auf grundlegende Elemente einer Sketchnote. Dazu gehört der Hinweis auf die “Essential Eight” von Brandy Agerback: Schrift, Aufzählungszeichen, Farbe, Linien, Pfeile, Menschen, Rahmen, Schatten. Dem folgen ein paar Seiten mit Beispielen für die Gestaltung von Linien, Buttons, Pfeilen, Banner, Rahmen, Strichmännchen, Gesichter.

Kapitel drei beschäftigt sich kurz mit Farbe und Schatten. In Kapitel vier geht es dann darum, wie man die eigene, individuelle Bildsprache entwickelt. Besonders sympathisch finde ich den Hinweis zum Bildanteil in Sketchnotes: Es gibt keine bindende Regel. Ich persönlich habe schon viele Sketchnotes gesehen, die überwiegend aus Bildvokabeln bestanden, aber ich habe genauso viele hervorragende Sketchnotes mit hohem Textanteil gesehen. “Ich kann nicht zeichnen” ist also kein Argument, um nicht mit Visualisierungen zu arbeiten.

Blick ins Inhaltsverzeichnis

Zum Abschluss

In Kapitel fünf macht Tanja ein paar Vorschläge, wie man Übungen in den Alltag integrieren kann. Das fängt mit zwei Minuten täglich und einem Icon pro Tag an, erstreckt sich über eine Terminliste, den Einkaufszettel, Packlisten für Reisen bis hin zum Sketchen von Anleitungen und Prozessen. Neben einigen Buchtipps gibt es dann am Ende des Buches noch einen visuellen Index für die Symbole mit Hinweis zu Tätigkeiten, Eigenschaften und Metaphern, die man dem jeweiligen Bild zuordnen könnte. Sehr gelungen!

 

 

Buch bestellen

Für den MITP-Verlag habe ich schon “Sketching User Experiences“, “Visuelle Meetings” und Tanjas erstes Buch rezensiert. Der  junge Verlag feiert in diesem Jahr seinen vierten Geburstag und unterstützt den Bereich Visual nach Kräften. Als Blogger wird man sehr zuvorkommend, aufmerksam und herzlich behandelt. Bestellt doch bitte das Buch eher direkt über den Verlag als über Amazon.

Die Sketchnote Starthilfe Neue Bilderwelten

Tanja Wehr, 1. Auflage 2018

272 Seiten, Softcover, zweifarbig

Buch 24,99 €, PDF oder EPUB 21,99 €

ISBN 978-3-95845-507-8

MITP-Verlag Die Sketchnote Starthilfe – Neue Bilderwelten

06 Aug

Sketchnotes fürs Studieren nutzen #SNDE

Nachgereicht: am 21. Juni habe ich bei ununi.TV einen Livetalk zum Visualisieren in der Praxis moderiert. Mein Gast war die Peter Schmitt.

Das Thema

Im Live-Interview mit Peter Schmitt sehen wir uns an, wie er Sketchnotes nutzt, um Studieninhalte für sein eigenes Lernen aufzubereiten. Dafür gewährt er uns nicht nur Einblick in seine Mitschriften sondern zeigt auch visuelle Notizen aus seinen Workshops.

Der Gast

Peter Schmitt lebt in Würzburg und arbeitet bei der örtlichen IHK zum Thema Berufliche Weiterbildung. Er organisiert Fortbildungen und Prüfungen. Peter habe ich über die Twitter-Community #todaysdoodle kennengelernt. Er studiert seit zwei Jahren Bildungswissenschaften an der Fernuni Hagen und nutzt Sketchnotes, um Studieninhalte zusammenzufassen. Auf seinem Blog schreibt er regelmäßig zu verschiedenen Themen rund um Bildung und Visualisierung.

 

Das Format

Nach einer Reihe von Live-Videos zum Thema Visual Literacy auf ununi.TV in 2015 mit Gesprächspartnern aus dem internationalen Raum hatte ich eine Pause eingelegt, um mich in die Technik zu Sketchnotes zu vertiefen und meinen professionellen Auftritt auszubauen.  Zurzeit aktualisiere ich meinen Online-Kurs Sketchnoting Basics für FLOWCAMPUS/ununi.TV.

Über die Live-Interviews möchte ich der Sketchnote-Bewegung auch in Deutschland mehr Türen öffnen. Visualisierungstechniken sind eine Schlüsselkompetenz im digitalen Zeitalter.

06 Aug

Visualisieren in der logopädischen Praxis #SNDE

Nachgereicht: am 26. Mai habe ich bei ununi.TV einen Livetalk zum Visualisieren in der Praxis moderiert. Mein Gast war die Logopädin Ayoka Kaiser.

Das Thema

Eine Logopädin setzt Bildsprache im therapeutischen Bereich ein. Logopäden arbeiten in der Kindertherapie oft mit selbstgemalten Bildern, Ayoka Kaiser nutzt sie auch in der Förderschule und der Stimmtherapie.

Zum Hintergrund: Der Kontakt entstand über die Facebook-Gruppe Sketchnotes Germany, einem Forum für fachlichen Austausch zu Sketchnotes, das von der Moderatorin Anfang des Jahres eingerichtet wurde. Ayoka Kaiser ist dort Mitglied und zeigt oft Visualisierungsbeispiele.

Der Gast

Ayoka Kaiser lebt in Marburg und arbeitet als logopädische Stimmtherapeutin, als Stimmbildnerin für die Sprech- und Singstimme und als Chor- und Singkreis-Leiterin. Sie gibt Workshops, bietet Einzelarbeit mit Sprechberuflern an und hält Vorträge.

Zudem ist sie eine begeisterte Doodlerin und Sketchnoterin. In ihrer therapeutischen Arbeit hat sie inzwischen vielfältige Möglichkeiten gefunden, das Zeichnen mit einzubinden.

Das Format

Nach einer Reihe von Live-Videos zum Thema Visual Literacy auf ununi.TV in 2015 mit Gesprächspartnern aus dem internationalen Raum hatte ich eine Pause eingelegt, um mich in die Technik zu Sketchnotes zu vertiefen und meinen professionellen Auftritt auszubauen.  Zurzeit aktualisiere ich meinen Online-Kurs Sketchnoting Basics für FLOWCAMPUS/ununi.TV.

Über die Live-Interviews möchte ich der Sketchnote-Bewegung auch in Deutschland mehr Türen öffnen. Visualisierungstechniken sind eine Schlüsselkompetenz im digitalen Zeitalter.

20 Mai

Leuchtfeuer40-MOOC – Projektinformation

Seit Jahren bin ich Influencer in der ununitv/FLOWCAMPUS Community. In diesem Rahmen bringe ich meine Visualisierungskenntnisse auf vielfältige Weise ein.

Dort biete ich zum Beispiel den Online-Kurs für Sketchnoting-Basics an und habe im Frühjahr 2016 die Input-Videos aus dem MOOC zur Arbeit 4.0 in Form von Sketchnotes festgehalten.

Für den zweiwöchigen MOOC Leuchtfeuer 4.0 habe ich als offizielle Unterstützerin Icons, Badges, eine Kopfgrafik und Sketchnotes erstellt. In dem MOOC geht es um “Regionale Bildung & Arbeit 4.0”.

Technik: Digitales Sketchnoting mit dem WACOM Cintiq 13 Zoll. Programme: Autodesk Sketchbook Pro und Adobe Photoshop.