18 Feb

Rezension: Die Sketchnote Starthilfe

Rezensionsexemplar ist angekommen

Strich-für-Strich-Anleitungen, Übungen zum Nachzeichnen und eine Menge Tipps. Zum Jahresanfang erschien eines der ersten Fachbücher zum Sketchnoting aus deutscher Feder. Für Anfänger ist das Buch „Die Sketchnote Starthilfe“ von Tanja Wehr eine Empfehlung wert.

Ich kann nicht zeichnen

“Beim Start ins Sketchnoter-Leben ist eine Sache enorm wichtig: Man muss sich etwas trauen.” heißt es in der Einführung. Damit hat Tanja Wehr den Nagel auf den Kopf getroffen. Denn neben dem Zuhören und Mitdenken, dem Weglassen und Komprimieren der Inhalte gilt es auch noch, den einen Gedanken zu überwinden, der den meisten von uns zu Beginn im Kopf herum schwebt: Ich kann nicht zeichnen.

Die Autorin allerdings gibt in der Einführung gleich erste Beispiele und Tipps für den Start. Das Buch ist dann in vier Teile gegliedert: Bildsprache, Schriftarten, Feinschliff und vertiefende Tipps für die Praxis.

Bilderwelten

Im ersten Teil wird in drei Kapiteln ausführlich auf verschiedene Bilderwelten, Menschen und ihren emotionalen Ausdruck sowie auf strukturierende Elemente wie Rahmen, Schilder und Banner eingegangen. Was mir gleich besonders gut gefällt: der Zweifarben-Druck wird geschickt eingesetzt, um in drei bis sechs Schritten zu zeigen, wie man vom ersten Strich zum fertig gezeichneten Objekt kommt.

Auf diese Weise ist es wirklich kinderleicht, sofort beim ersten Versuch Begriffe wie Leuchtturm, Rakete, Schneebesen oder Flaschenpost zu zeichnen. Die Bilderwelten behandeln verschiedenste Themen wie Haushalt, Architektur, Sport, Lebensmittel, Büro, Wirtschaft, Wissenschaft. Da ich seit der Kindheit Science Fiction Fan bin, hat mich besonders das Thema Outer Space angesprochen!

Der Roboter hat Gelenke

Quelle: Die Sketchnote Starthilfe, Auszug. Mit freundlicher Genehmigung von Tanja Wehr & MITP-Verlag

Menschen und Primärgefühle

Das Kapitel Menschen ist sehr kurz, beinhaltet aber das Wesentliche. Beim Zeichnen von Portraits sollte man sich auf grundsätzliche Merkmale von Gesichtern konzentrieren. Für Emotionen auf Gesichtern empfiehlt die Autorin, sich auf Primärgefühle zu beschränken. Bei der Körperdarstellung zeigt sie die anatomische Unterteilung mit den Gelenken auf, wie man sie von den handelsüblichen Zeichenpuppen kennt.

Im letzten Kapitel zu den Hilfsmitteln fehlen mir persönlich die Pfeile, die man als wesentliches Element der Leseführung benutzen kann. Oft sind Sketchnotes nicht nur Dokumentation für Anwesende eines Ereignisses, sondern helfen Interessierten beim Nachvollziehen eines Geschehens, dem sie eben nicht beigewohnt haben. Daher ist es vor allem wichtig, die Leser einer Sketchnote zu führen.

Schrift

Der zweite Teil geht auf die Schrift ein. Blockbuchstaben sind ein guter Anfang: Durch die Höhe, Breite, den Zwischenabstand und die Neigung von Buchstaben ergeben sich schon verschiedene Schriftarten. Sowohl für Blockschrift als auch Schreibschrift stellt die Autorin vier bis fünf verschiedene Beispielsätze vor, an denen man üben kann. Ein kleiner Abschnitt ist dann auch noch dem Handlettering – dem Schönschreiben – gewidmet.

Strich für Strich Anleitungen für Sketchnoter

Die Sketchnote Starthilfe – Cover

Akzente und Struktur

Teil Drei widmet sich dem Setzen von Schatten und dem Einsatz von Farbe zur Akzentuierung sowie dem Aufbau einer Sketchnote. Drei Schemata werden vorgeschlagen, mit denen man als Anfänger gut zurecht kommt: die Cloudwolke mit dem Titel in der Mitte, der chronologische Pfad und die Reihung über senkrechte Spalten – auch Wolkenkratzer genannt.

 

 

Von hier aus geht’s weiter

Im vierten Teil schlägt Tanja Wehr Hilfestellungen für das Live-Zeichnen vor. Einige davon kann man in Vorbereitungen einbinden: Informationen einholen, Titel vorbereiten, Icons vorzeichnen. Sie empfiehlt den Einsatz von Bleistift zum Vorzeichnen und dass man sich an der bestehenden Gliederung von Vortragsfolien sowie der vorhandenen Bildsprache orientiert.

Das Buch schließt mit vielen kleinen Tipps. Ob es um das Anfertigen und Arbeiten mit Schablonen geht, das Anlegen von Icon-Fibeln mit digitalen Tools wie Evernote, dem Üben anhand von Sketch-Rezepten, Sketch-Landkarten und Online-Challenges auf Instagram oder Twitter: von all diesen Punkten aus kann man gut weiterarbeiten, um die eigenen Fertigkeiten Stück für Stück zu erweitern.

Umschlag mit schöner Zeichnung

Die Sketchnote Starthilfe ist da!

Buch bestellen

Für den MITP-Verlag habe ich schon „Sketching User Experiences“ und „Visuelle Meetings“ rezensiert. Der Verlag hat ein großes Interesse an neuen Themen und unterstützt den Bereich Visual nach Kräften. Als Blogger wird man sehr zuvorkommend, aufmerksam und herzlich behandelt. Ich habe mich riesig über die kleinen Zeichnungen auf dem Sendungsumschlag und dem Anschreiben gefreut. Bestellt doch bitte das Buch eher direkt über den Verlag als über Amazon.

Die Sketchnote Starthilfe

Tanja Wehr, 1. Auflage 2016

264 Seiten, Softcover, zweifarbig

Buch 24,99 €, PDF oder EPUB 21,99 €

ISBN 978-3-95845-366-1

MITP-Verlag Die Sketchnote Starthilfe

15 Jan

Fachgruppen für Sketchnotes

Facebook und XING Gruppe für Sketchnotes

Update vom 31.1.2017: es gibt nun auch eine Gruppe „Sketchnotes Germany“ auf der Plattform XING.

Zur XING-Gruppe

Die Sketchnote-Bewegung ist in Deutschland angekommen. Das ist erstmal gut und schön.
Kürzlich habe ich allerdings eine eigene Facebook-Seite zum Thema Sketchnotes eingerichtet und mich auf die Suche nach gutem Content begeben – deutsch: Inhalten. Dabei erkannte ich sehr schnell, dass viele deutsche Sketchnoter zwar an der internationalen Community dran hängen und einige ihre eigenen Produkte gut bewerben. Es gibt allerdings viel zu wenig deutschsprachige Inhalte, die sich fachlich tiefgehend mit der Technik, Tools und Anwendungsszenarien bei Sketchnotes beschäftigen.

Gibt es eine Gruppe für den Austausch?

Witzigerweise sprach mich Kathrin Werner, mit der ich in den Sozialen Netzwerken über die Themen Zeichnen, Illustration und Sketchnotes verbunden bin, kürzlich nach meinem Artikel Sketchnotes im wissenschaftlichen Kontext über Instagram in einer Direktnachricht genau auf diese Frage hin an.

Gruppe? Grafik: Andrea Brücken

Was sollte ich antworten? Am besten die Wahrheit: nein, gibt es nicht.

Danach haben wir uns abgesprochen, kurz überlegt wie man so eine Gruppe umsetzen kann und voilà: hier ist sie.

Facebook-Gruppe Sketchnotes Germany

Die Gruppe ist öffentlich. Jeder und jede, der/die sich für Sketchnotes interessiert, kann beitreten. Du brauchst nur ein privates Facebook-Profil.
Von Montag bis Freitag gibt es täglich einen Themenpost, in dem du Erfahrungen teilen oder Fragen stellen kannst.

  • Montag: Techniken & Tools
  • Dienstag: Struktur & Konzept
  • Mittwoch: Animation & Video
  • Donnerstag: Links & Lesenswertes
  • Freitag: Share the love

Am Freitag heißt es: zeigt her eure Sketchnotes! Man kann sich Feedback einholen – bitte immer wohlwollend formuliert, eigene Projekte vorstellen, Partner suchen, über neu Erlerntes sprechen.

Willkommen!

Wir freuen uns über alle interessierten deutschen Sketchnoter: Anfänger und Etablierte, die sich über Sketchnotes austauschen und der Bewegung in Deutschland einen „Kick geben möchten“! Sketchnotes in der Wissenschaft, im Lern- und Lehrbereich? Sketch-Rezepte? Sketchnotes für dein eigenes Wissensmanagement? Urbansketchnoter? Reisesketchnoter?
Jeder ist willkommen!

Wir verzichten übrigens darauf, einfach Leute dieser Gruppe hinzu zu fügen. Facebook ist da etwas zu radikal für unseren Geschmack. Sucht die Gruppe auf Facebook und fragt die Mitgliedschaft einfach an oder schreibt uns direkt.

Viele Grüße, Andrea & Kathrin

Zur Facebook-Gruppe

 

 

03 Jan

Sketchnotes im wissenschaftlichen Kontext

Das „Forum Neue Medien In Der Lehre Austria“ hat mich für einen Artikel zu Sketchnotes angefragt. In der Ausgabe 4/2016 geht es um den Themenschwerpunkt „Design & Usability im E-Learning“.  Da passt es gut, dass ich zwei Mitstreiter aus meinem Netzwerk vorstellen kann, die sich auf wissenschaftliche Sketchnotes spezialisiert haben.

Es geht los ab Seite 23

Das ganze Magazin ist wie immer sehr interessant, die Ausgabe 4/2016 ist  auf Design, Usability, UX und E-Learning im wissenschaftlichen Umfeld ausgerichtet. Mein Artikel startet auf Seite 23. Es geht kurz darum, was Sketchnotes überhaupt sind und dann stelle ich zwei Wissenschaftler vor, die das Visualisieren ganz wunderbar in ihren Arbeitsalltag integriert haben.

Rob Dimeo und die Neutronen

Robert Dimeo ist Direktor des NIST Center for Neutron Research (NCNR) in Gaithersburg, Maryland. Ich habe ihn vor zwei Jahren über Twitter kennengelernt, seitdem verbindet uns das Interesse am Visualsieren. Er fertigt ganz hervorragende wissenschaftliche Sketchnotes an, baut diese in Präsentationen ein und hat sich inzwischen nebenbei zu einem Zeichner von witzigen Comic-Figuren entwickelt.

„Interaktion & Dynamik von Proteinen in konzentrierten pharmazeutischen Rezepturen“ Mit freundlicher Genehmigung von Rob Dimeo @rob_dimeo (Twitter)

Katharina Theis-Bröhl und die Solarenergie

Auch Katharina Theis-Bröhl lernte ich über Twitter kennen. Im Rahmen ihrer Tätigkeit als Professorin und Dekanin am Institut für Verfahrenstechnik, Fachbereich 1 – Technik der Hochschule Bremerhaven hat sie Vorlesungsinhalte zur Solartechnik visualisiert. Ihre Sketchnotes sind besonders bunt und aussagekräftig, was erstaunlicherweise sehr gut zu den wissenschaftlichen Inhalten passt!

„Das Prinzip von Solarkollektoren“ Mit freundlicher Genehmigung von Katharina Theis-Bröhl @theiskbt (Twitter)

Visuelle Notizen passen in jeden Kontext

Wer bisher noch gezweifelt hat, ob Sketchnotes überhaupt infrage kommen um spezielle Themen visuell zu stützen, sollte jetzt damit aufhören. Wissenschaftliche Inhalte sind sehr komplex und es braucht sicher das Fachwissen des Sketchnoters, um selbige herunter zu brechen. Aber auch jeder professionelle Sketchnoter mit Erfahrung und/oder journalistischem Hintergrund kann beliebige Themen visuell umsetzen.

Interesse?

Sketchnote anfragen Sketchnote anfragen
Workshops für Wissenschaftler im Sketchnoting? Wissenschaftsthemen visualisiert als Sketchnote?
Schreiben Sie mir!

 

05 Mrz

Sketching User Experiences – Rezension

Sketching User Experiences.jpg

Sketching User Experiences – Das praktische Arbeitsbuch zum Erlernen von Skteching und zahlreicher Skizziermethoden

Die Motivation von Bill Buxton, Designer und Wegweiser für Mensch-Computer Interaktion bei Microsoft Research, lag ursprünglich darin, das einfache Skizzieren als Methode für Designprozesse zu erklären. Denn seiner Ansicht nach waren viele Interaktionsdesigner, mit denen er arbeitete, nicht ausreichend visuell und zeichnerisch geschult. Das Ergebnis ist dieses tolle Handbuch, das im Rahmen vieler Prozesse zur Anwendung kommen kann, die mit dem Entwickeln von Ideen und Produkten zu tun haben.

Das Buch versammelt eine riesige Anzahl an Techniken, die sowohl die Ideenentwicklung, das Skizzieren, das Storytelling und die Prozesse im Rahmen von User Experience unterstützen – und die auch von ungeübten Zeichnern benutzt werden können.

Besonders erfreulich: tatsächlich wird in den spezialisierten Kapiteln darauf eingegangen wie man visuelle Präsentation im Rahmen von kritischem Feedback nutzen kann. Und darum geht es ja bei der User Experience: kann der Nutzer mit dem finalen Produkt leicht und einfach arbeiten oder nicht? Wie soll man das anders herausfinden, als den Nutzer zu fragen?

Schauen wir uns erstmal die Inhalte an, gegliedert ist das Buch in sechs Kapitel.

1- Einstimmung

Es geht um grundsätzliche Fragen: Was ist eine User Experience und warum eignen sich Skizzen für die alltägliche Arbeit im Designbereich? Wie sieht ein Designprozess aus? Warum ist ein Skizzenbuch sinnvoll?

Und schon gibt es drei Übungsaufgaben mit Visualisierungen. Natürlich geht es bei den Aufgaben um mobile Geräte beziehungsweise Computer. Aber ich möchte behaupten, dass man a) hierbei grundsätzlich den Designprozess versteht, nach Stuart Pugh auch “Designtrichter” genannt und b) sich selbst die Aufgaben für andere Produkte umformulieren kann.

2- Ideenfindung in der realen Welt

Scribbeln ist die Vorstufe aller Zeichnungen: in kurzer Zeit überall und jederzeit Ideen ganz simpel festhalten und sich nur auf das konzentrieren, was man für wichtig hält. Betont wird in diesem Kapitel, dass man täglich in der realen Welt viele Ideen sammeln kann. Neben Scribbles sind Fotos, Mustersammlungen von Gegenständen, Bilder und Zeitungsausschnitte ein probates Mittel für die Ideenfindung.

Buxton fordert dazu auf, sich eigene Sammelschemata aufzubauen und führt seine kuratierte Sammlung als Beispiel an.  

3 – Das Einzelbild

Dem Thema Einzelbild sind volle 70 Seiten in mehreren Abschnitten gewidmet. Neben der zeichnerischen Linienführung geht es um die Schulung des Auges, den Aufbau eines zeichnerischen Bildvokabulars, verbindende und trennende Elemente sowie einfache Strichmännchen. Außerdem wird die kollaborative Arbeit an Skizzen angesprochen.

Danach gehen die Autoren auf Slideware ein, also Programme zum Erstellen von Präsentationen mit Folien. Haftnotizen finden ihren Platz genauso wie eingebettete Fotos und abgepauste Fotos. Abpausen ist aber doch nicht Zeichnen? Nein, aber darum geht es ja auch nicht. Sketch- und Bildbearbeitungssoftware mit Layern ist grundsätzlich fantastisch, um über das Abpausen von Fotos zu lernen, wie man etwas zeichnerisch simpel umsetzt. Und das Vermischen von Fotos mit Skizzen fördert den Kreativitätsprozess enorm.

4 – Zeitschnappschüsse: die visuelle Erzählung

Das kann man nicht besser formulieren: “Interaktionsdesign ist in sofern einzigartig, als dass man sich das Verhalten einer Person vorstellt, während diese über eine gewisse Zeit mit einem System interagiert.”

In diesem Kapitel wird es fachspezifisch. Storyboards können auf verschiedene Weise “gebaut” werden: sequenziell, als Zustandsübergangsdiagramm, verzweigt oder narrativ. Das Kapitel ist reich und anschaulich mit Visualisierungen bestückt, so dass man leicht versteht worin die Unterschiede zwischen den Methoden liegen.

Selbst für nicht so designorientierte Sketchnoter wie mich gab es hier noch einige interessante Learnings. Neben dem Rastern und Synthetisieren von Informationen erzählen Sketchnoter nämlich gerne Geschichten, sofern das möglich ist. Und Geschichten haben immer Protagonisten, die in Interaktion miteinander stehen.

5 – Die User Experience animieren

Ein weiteres Spezialthema ist die Animation von Bildsequenzen. Zunächst geht es um das Animieren einer Szene über Frames und Bewegungspfade innerhalb von Slideware. Etwas komplizierter wird es dann im Abschnitt über das Arbeiten mit verzweigten Animationen. Das alles soll in Powerpoint oder Apple Keynote umsetzbar sein – habe ich noch nie gemacht, ein guter Anreiz zum Ausprobieren.

Keyframes und Tweening kann man in Adobe Flash oder vergleichbarer Software für Multimediaanimationen einsetzen, das Thema wird kurz angerissen und gehört wirklich in den Entwicklerbereich.

Nützlich für “Jederman” ist dann noch ein Unterkapitel zum Erstellen von linearen Videos über das Abfilmen von Papier-Notizen mit einer Videokamera und der Post-Produktion mithilfe einer Schnittsoftware.

6 – Andere einbeziehen

Im letzten Kapitel geht es darum, erstellte Animationen zu nutzen, um den Designprozess in seinen verschiedenen Entwicklungsstadien zu teilen, zu zeigen und sich ein User-Feedback einzuholen.

Anhand einer Fallstudie wird das “initiale mentale Modell” erklärt – darunter versteht man die durch einen Testnutzer erteilte Beschreibung dessen, was er beim Durchlaufen eines Testdesigns wahrnimmt. Der “Wizard of Oz” ist eine Anfang der 80er-Jahre entwickelte Methode für das experimentelle Design, dass die Reaktionen aus dem Computer-Backend infolge von (Tastatur-)Eingaben simuliert. “Laut denken” ist vor allem im Coaching- und Beratungskontext eine übliche Methode, um die Gedanken von Klienten bzw. im Designbereich von künftigen Nutzern “sichtbar” und nachvollziehbar zu machen.

Schlussendlich kommt dieses Kapitel auf Skizzenwände zur Präsentation und die Methode des kritischen Feedbacks zu sprechen.

Fazit generell

Besonders gefallen hat mir die visuelle Aufbereitung des Buches. Klare Gliederungen, hervorgehobene Überschriften und numerische Aufzählungen, enorm viele Fotos und Scribbles / Zeichnungen. Die Schrift ist klein, aber durch die Hervorhebungen von relevanten Stichworten, deutliche Absätze, eingefügte Infokästen und Seitenleisten mit übergeordneten Informationen orientiert man sich mit Leichtigkeit im gesamten Buch.

Toll auch die schematische inhaltliche Gliederung: in diesem Kapitel geht es um dies und das, hier sind die Punkte A bis X, Beispiele, Referenzen und Weblinks, das hast du “neu erlernt”. Ein Stichwortverzeichnis rundet die Sache ab, die (weiterführenden) Quellen muss man sich halt aus den einzelnen Kapiteln ziehen.

Da ich kein User Experience-Designer bin, kann ich nicht wirklich beurteilen, wie nützlich das Buch in diesem Kontext ist. (Bisherige Reviews sind da aber voller Lob!)

Fazit aus der Sicht einer Sketchnoterin

In der Sketchnote-Community haben wir so eine Art Running Gag, der sich auf das Zeichnen bezieht: “I cannot draw” ist schon vielfach Gegenstand von Doodles gewesen – spontanen, kleinen, leichtfüßigen Kritzeleien zur Verbesserung der individuellen Visual Literacy. Viele Sketchnoter und Graphic Facilitators haben überhaupt keine zeichnerische Ausbildung, aber sie üben täglich. Weil sie vor allem eines beherrschen müssen: komplexe Informationen schnell, einfach und verständlich visuell darzustellen.

Idealerweise geraten sie über die Zeit in eine Art “professionellen Flow”: sie haben immer ein Notiz- oder Sketchbook und ein paar Stifte dabei, sie trainieren täglich ihr Auge und ihre visuelle Wahrnehmung, sie halten alles Mögliche spontan zeichnerisch fest. Auf diese Art entsteht mit der Zeit zwangsläufig ein Sammelsurium an Ideen und Ideenausarbeitungen. Für uns ist nicht in erster Linie wichtig, dass Zeichnungen “schön” aussehen. Für uns ist wichtig, dass wir in die Köpfe derjenigen kommen, die unsere Sketchnotes “lesen” – das geschieht unter anderem über leicht verständliche Zeichnungen, die im Bildvokabular unserer Leser andocken.

Sketchnotes kommen außerdem weniger bei der Produktentwicklung, sondern eher im Dienstleistungsumfeld zum Tragen. Das “kritische Feedback” ist ein wichtiger Aspekt: bei Vor- und Nachbereitungsgesprächen von Aufträgen lasse ich mir immer beschreiben, welche Bilder die Kunden im Kopf haben, welche Motive sie passend finden bzw. ob das dann Gezeichnete ihre Vorstellungen getroffen, ergänzt oder sie enttäuscht hat.

Der professionelle Flow ist bei mir inzwischen ein Normalzustand – letztlich geht es bei allen Sketchnotes “nur noch” darum, unter meinen vielen Ideen (auch den bisher gesammelten) die eine zu finden, die mich über die detaillierte Ausarbeitung in die Köpfe und Herzen der Adressaten des Themas bringt, das ich visuell umsetzen will.

Insofern sind Sketchnoter auch Designer und Storyteller, der Bezug zur User Experience besteht aber eher darin, ob Menschen die synthetisierte visuelle Darstellung von komplexen Informationen erreicht und ob sie das Dargestellte für sich selbst nachvollziehbar finden.

Ganz persönlich empfinde ich das Buch als sehr bereichernd, der dauerhafte Platz im Bücherregal ist gesichert.

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Sketching User Experiences – Hrsg.: Greenberg, Carpendale, Marquardt, Buxton

mitp-Verlag, 1. Auflage, 2014

272 Seiten, ab 21,99, broschiert

Bestellung über den Verlag: http://www.mitp.de/Business-Marketing/Sketchnotes/Sketching-User-Experiences.html

Amazon Link: http://www.amazon.de/Sketching-User-Experiences-Arbeitsbuch-Skizziermethoden/dp/3826694597

 

08 Feb

Individuelle Schriften 1 – Projektinformation

Schriften – Fonts – gibt es im Web massenweise. Zum freien Download oder kostenpflichtig.

Werten Sie Ihre Grafiken und Visualisierungen mit meinen ausgefallenen Handlettering-Kreationen auf. Ich erstelle auf Wunsch (und ohnehin regelmäßig) neue Sets und gestalte Ihnen Schriftelemente für Grafiken, Poster, Flyer, PDF’s.

Die Schriften werden handgezeichnet mit Tinte oder Aquarell, eingescannt und digital weiter verarbeitet.

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