11 Sep

Federmappe reloaded – das Rollgut

Ein kleines Start-Up namens Rollgut ist gerade in ein Kickstarter-Crowdfunding gegangen. Für Sketchnoter ist die runde Holzschatulle mit einrollbarem Papierfach ein interessantes Set für unterwegs.

Was ist ein „Rollgut“?

Das Rollgut ist eine längliche Holzbox mit rundem Querschnitt. Es ist innen ausgehöhlt, so dass man dort Stifte und/oder andere kleine Dinge drin unterbringen kann. Bei der Anlieferung fand ich eine Nähnadel mit Faden, eine Büroklammer und einen Stift in der Box. 

Das Holz stammt von Buche, Elsbeere und Olive aus europäischer Forstwirtschaft. Abmessungen der Holzschatulle: 18 cm Länge, 3,5 cm Durchmesser. Der ausgesparte Innenbereich hat 15 cm Länge und 2,5 cm Durchmesser. Um die Holzschatulle herum befindet sich ein Metallring, den man verschieben kann. Das ist sehr clever gedacht. Man verschiebt den Ring an den Rand, legt die Stifte rein und positioniert den Ring dann wieder mittig damit die Stifte nicht herausfallen können. Der elastische Gummiband-Verschluss ist sehr stabil, die Ummantelung besteht aus Segeltuch.

 

Sketchnote Reise-Set passt

Ich habe mein aktuelles Sketchnote-Reise-Set, bestehend aus einem SketchOne und zwei FineOne von Neuland – einer farbig, einer Grau für Akzente und Schatten – in die Box gepackt. Dann habe ich noch einen MicronPigma Fineliner und zwei Pitt Artist Pens ausprobiert. Drei Stifte gehen auf jeden Fall und damit ist des Sketchnoters Mini-Set für unterwegs untergebracht. Ein vierter Stift hat bedingt Platz. Die Kappen der Pitt Artist haben im Gegensatz zu den FineOne eine Klammer – mit einem vierten Stift, zum Beispiel einem Fineliner in anderer Strichstärke wird es dann schon eng im Rollgut. Geht aber.

Welches Papier geht?

Geliefert wurde das Teststück mit sehr dünnem Papier. Vergleichbar dem, das man in einigen Moleskine-Büchern und auch im Sensebook vorfindet. Das Moleskine hat oft 70 g/m², das Sensebook 80 g/m². Mir persönlich ist das zu dünn, weil zum einen alle Stifte, die ich verwende, durchbluten. Zum anderen mag ich die damit verbundene glatte Struktur nicht.

 

In der Regel zeichne ich in Canson-Notizbüchern, die alle 120 g/m² aufzuweisen haben. Je dicker das Papier, desto sperriger wird natürlich das Aufrollen der Blätter, die man ins Rollgut einklemmt. Das geht übrigens so: An der Seite der Holzschatulle befindet sich ein metallischer “Knopf”. Drückt man diesen, hebt sich die Klemme für das Papier. Man kann dann bequem die Papierbögen einspannen. Zusätzlich befinden sich auf der Innenseite der rollbaren Außenhülle aus Stoff zwei kleine dreieckige Taschen, in denen man die Papierblätter fixiert.

Die Federmappe neu gedacht

Rein optisch hat mich das Rollgut sofort an die Schulzeit erinnert. Meine Generation ist mit Federmappen aufgewachsen, von denen eine Variante eine runde Lederrolle war. Dort passten Bleistifte, Füller, Radiergummi, Tintenpatronen und sogar ein kleines Lineal hinein. Das Rollgut ist zwar nicht so geräumig, erinnert aber in der Form, Machart und Haptik sehr stark an die gute alte Federtasche. Die Materialien sind hochwertig und ästhetisch.  

Kickstarter-Kampagne

Die Kickstarter-Kampagne läuft noch bis zum 3. Oktober 2017 17:28 Uhr CEST – wer das Projekt also unterstützen möchte und sogar Besitzer eines Rollgutes werden möchte: Bitte hier entlang.

 

Fragen an den Gründer Thomas Sommer

Wie bist du auf die Idee gekommen, das Rollgut zu entwickeln und daraus ein Start-Up zu machen?

Thomas Ich war mit Smartphones und digitaler Revolution sehr erwartungsvoll. Es gab diese Riesensmartphones mit Stift und ab da wollte ich alles nur noch darauf zeichnen und notieren. Oft war es dann eher anstrengend als entspannend. Irgendwann, nach einigen Jahren, fing ich wieder an auf Papier zu zeichnen so wie davor und merkte „das ist so schön simpel und funktioniert“. Ab da hatte ich wieder Papier dabei, das ich einfach um Stifte gewickelt in die Hosentasche packte.

Dann kam dieser Klick-Moment: Ich dachte ‘‘Nimm‘ doch ein Röhrchen, wickel‘ das Papier darum und leg‘ die Stifte da rein. Dann bleibt das Papier glatt und die Bleistife brechen nicht mehr ab!“ Ich bin sofort in die Werkstatt. Als gerade dieses Röhrchen zurechtgesägt war, kam der nächste Gedanke: „Ach, mach doch noch so einen Deckel drauf, dann fallen die Stifte nicht raus“, . . . Ach, mach doch jetzt auch noch ein Stück Plane dran, dann ist das Papier schmutzgeschützt!“ So entstand an einem Abend im Freestyle das allererste Ding, das irgendwie auch schon ein Rollgut war.

Für wen ist das Rollgut interessant und warum?

Thomas Rollgut ist aus der Praxis entstanden und somit in erster Linie auch für Praktiker gemacht! Für Menschen, die die Einfachheit und die motorischen Eigenschaften von Papier schätzen und anwenden: Kreative, Visuelle Denker, Sketchnoter und Ingenieure, Kinder und Studenten – weil Motorik Lernprozesse unterstützt. Nicht zuletzt aber auch für Geschäftsleute, die sich in Meetings Notizen machen wollen ohne die Ablenkung eines elektronischen Gerätes. Es ist ne Art iPhone für Papier. Eine Papier-App mit echtem Papier!

Woher hat das Holz ein Öko-Siegel? Und wie verhält es sich mit dem Herstellernachweis zum Stoff des „Wraps“?

Thomas Unser Lieferant für Holz hat ein FSC-Zertifikat. Der Lieferant für das Leder auf Papierbasis hat sowohl ein FSC- als auch ein Ökotex-Zertifikat. Das Segeltuch ist Ökotex-zertifiziert. Zwar hab ich die ausdrückliche Erlaubnis beider Lieferanten die Zertifikate anzugeben, jedoch bewegen wir uns in einer Grauzone, solange wir nicht eigens für Rollgut Zertifikate besorgen. Rollgut ist mit bestem Gewissen also nur aus zertifizierten Rohstoffen gefertigt. Auf Edelstahl gibt es – meines Wissens nach – keine besonderen Zertifikate und abgesehen von den Magneten und etwas Pflanzenwachs zum Schutz des Holzes fügen wir keine Zutaten hinzu.

 

06 Aug

Sketchnotes fürs Studieren nutzen #SNDE

Nachgereicht: am 21. Juni habe ich bei ununi.TV einen Livetalk zum Visualisieren in der Praxis moderiert. Mein Gast war die Peter Schmitt.

Das Thema

Im Live-Interview mit Peter Schmitt sehen wir uns an, wie er Sketchnotes nutzt, um Studieninhalte für sein eigenes Lernen aufzubereiten. Dafür gewährt er uns nicht nur Einblick in seine Mitschriften sondern zeigt auch visuelle Notizen aus seinen Workshops.

Der Gast

Peter Schmitt lebt in Würzburg und arbeitet bei der örtlichen IHK zum Thema Berufliche Weiterbildung. Er organisiert Fortbildungen und Prüfungen. Peter habe ich über die Twitter-Community #todaysdoodle kennengelernt. Er studiert seit zwei Jahren Bildungswissenschaften an der Fernuni Hagen und nutzt Sketchnotes, um Studieninhalte zusammenzufassen. Auf seinem Blog schreibt er regelmäßig zu verschiedenen Themen rund um Bildung und Visualisierung.

 

Das Format

Nach einer Reihe von Live-Videos zum Thema Visual Literacy auf ununi.TV in 2015 mit Gesprächspartnern aus dem internationalen Raum hatte ich eine Pause eingelegt, um mich in die Technik zu Sketchnotes zu vertiefen und meinen professionellen Auftritt auszubauen.  Zurzeit aktualisiere ich meinen Online-Kurs Sketchnoting Basics für FLOWCAMPUS/ununi.TV.

Über die Live-Interviews möchte ich der Sketchnote-Bewegung auch in Deutschland mehr Türen öffnen. Visualisierungstechniken sind eine Schlüsselkompetenz im digitalen Zeitalter.

06 Aug

Visualisieren in der logopädischen Praxis #SNDE

Nachgereicht: am 26. Mai habe ich bei ununi.TV einen Livetalk zum Visualisieren in der Praxis moderiert. Mein Gast war die Logopädin Ayoka Kaiser.

Das Thema

Eine Logopädin setzt Bildsprache im therapeutischen Bereich ein. Logopäden arbeiten in der Kindertherapie oft mit selbstgemalten Bildern, Ayoka Kaiser nutzt sie auch in der Förderschule und der Stimmtherapie.

Zum Hintergrund: Der Kontakt entstand über die Facebook-Gruppe Sketchnotes Germany, einem Forum für fachlichen Austausch zu Sketchnotes, das von der Moderatorin Anfang des Jahres eingerichtet wurde. Ayoka Kaiser ist dort Mitglied und zeigt oft Visualisierungsbeispiele.

Der Gast

Ayoka Kaiser lebt in Marburg und arbeitet als logopädische Stimmtherapeutin, als Stimmbildnerin für die Sprech- und Singstimme und als Chor- und Singkreis-Leiterin. Sie gibt Workshops, bietet Einzelarbeit mit Sprechberuflern an und hält Vorträge.

Zudem ist sie eine begeisterte Doodlerin und Sketchnoterin. In ihrer therapeutischen Arbeit hat sie inzwischen vielfältige Möglichkeiten gefunden, das Zeichnen mit einzubinden.

Das Format

Nach einer Reihe von Live-Videos zum Thema Visual Literacy auf ununi.TV in 2015 mit Gesprächspartnern aus dem internationalen Raum hatte ich eine Pause eingelegt, um mich in die Technik zu Sketchnotes zu vertiefen und meinen professionellen Auftritt auszubauen.  Zurzeit aktualisiere ich meinen Online-Kurs Sketchnoting Basics für FLOWCAMPUS/ununi.TV.

Über die Live-Interviews möchte ich der Sketchnote-Bewegung auch in Deutschland mehr Türen öffnen. Visualisierungstechniken sind eine Schlüsselkompetenz im digitalen Zeitalter.

18 Feb

Rezension: Die Sketchnote Starthilfe

Rezensionsexemplar ist angekommen

Strich-für-Strich-Anleitungen, Übungen zum Nachzeichnen und eine Menge Tipps. Zum Jahresanfang erschien eines der ersten Fachbücher zum Sketchnoting aus deutscher Feder. Für Anfänger ist das Buch „Die Sketchnote Starthilfe“ von Tanja Wehr eine Empfehlung wert.

Ich kann nicht zeichnen

“Beim Start ins Sketchnoter-Leben ist eine Sache enorm wichtig: Man muss sich etwas trauen.” heißt es in der Einführung. Damit hat Tanja Wehr den Nagel auf den Kopf getroffen. Denn neben dem Zuhören und Mitdenken, dem Weglassen und Komprimieren der Inhalte gilt es auch noch, den einen Gedanken zu überwinden, der den meisten von uns zu Beginn im Kopf herum schwebt: Ich kann nicht zeichnen.

Die Autorin allerdings gibt in der Einführung gleich erste Beispiele und Tipps für den Start. Das Buch ist dann in vier Teile gegliedert: Bildsprache, Schriftarten, Feinschliff und vertiefende Tipps für die Praxis.

Bilderwelten

Im ersten Teil wird in drei Kapiteln ausführlich auf verschiedene Bilderwelten, Menschen und ihren emotionalen Ausdruck sowie auf strukturierende Elemente wie Rahmen, Schilder und Banner eingegangen. Was mir gleich besonders gut gefällt: der Zweifarben-Druck wird geschickt eingesetzt, um in drei bis sechs Schritten zu zeigen, wie man vom ersten Strich zum fertig gezeichneten Objekt kommt.

Auf diese Weise ist es wirklich kinderleicht, sofort beim ersten Versuch Begriffe wie Leuchtturm, Rakete, Schneebesen oder Flaschenpost zu zeichnen. Die Bilderwelten behandeln verschiedenste Themen wie Haushalt, Architektur, Sport, Lebensmittel, Büro, Wirtschaft, Wissenschaft. Da ich seit der Kindheit Science Fiction Fan bin, hat mich besonders das Thema Outer Space angesprochen!

Der Roboter hat Gelenke

Quelle: Die Sketchnote Starthilfe, Auszug. Mit freundlicher Genehmigung von Tanja Wehr & MITP-Verlag

Menschen und Primärgefühle

Das Kapitel Menschen ist sehr kurz, beinhaltet aber das Wesentliche. Beim Zeichnen von Portraits sollte man sich auf grundsätzliche Merkmale von Gesichtern konzentrieren. Für Emotionen auf Gesichtern empfiehlt die Autorin, sich auf Primärgefühle zu beschränken. Bei der Körperdarstellung zeigt sie die anatomische Unterteilung mit den Gelenken auf, wie man sie von den handelsüblichen Zeichenpuppen kennt.

Im letzten Kapitel zu den Hilfsmitteln fehlen mir persönlich die Pfeile, die man als wesentliches Element der Leseführung benutzen kann. Oft sind Sketchnotes nicht nur Dokumentation für Anwesende eines Ereignisses, sondern helfen Interessierten beim Nachvollziehen eines Geschehens, dem sie eben nicht beigewohnt haben. Daher ist es vor allem wichtig, die Leser einer Sketchnote zu führen.

Schrift

Der zweite Teil geht auf die Schrift ein. Blockbuchstaben sind ein guter Anfang: Durch die Höhe, Breite, den Zwischenabstand und die Neigung von Buchstaben ergeben sich schon verschiedene Schriftarten. Sowohl für Blockschrift als auch Schreibschrift stellt die Autorin vier bis fünf verschiedene Beispielsätze vor, an denen man üben kann. Ein kleiner Abschnitt ist dann auch noch dem Handlettering – dem Schönschreiben – gewidmet.

Strich für Strich Anleitungen für Sketchnoter

Die Sketchnote Starthilfe – Cover

Akzente und Struktur

Teil Drei widmet sich dem Setzen von Schatten und dem Einsatz von Farbe zur Akzentuierung sowie dem Aufbau einer Sketchnote. Drei Schemata werden vorgeschlagen, mit denen man als Anfänger gut zurecht kommt: die Cloudwolke mit dem Titel in der Mitte, der chronologische Pfad und die Reihung über senkrechte Spalten – auch Wolkenkratzer genannt.

 

 

Von hier aus geht’s weiter

Im vierten Teil schlägt Tanja Wehr Hilfestellungen für das Live-Zeichnen vor. Einige davon kann man in Vorbereitungen einbinden: Informationen einholen, Titel vorbereiten, Icons vorzeichnen. Sie empfiehlt den Einsatz von Bleistift zum Vorzeichnen und dass man sich an der bestehenden Gliederung von Vortragsfolien sowie der vorhandenen Bildsprache orientiert.

Das Buch schließt mit vielen kleinen Tipps. Ob es um das Anfertigen und Arbeiten mit Schablonen geht, das Anlegen von Icon-Fibeln mit digitalen Tools wie Evernote, dem Üben anhand von Sketch-Rezepten, Sketch-Landkarten und Online-Challenges auf Instagram oder Twitter: von all diesen Punkten aus kann man gut weiterarbeiten, um die eigenen Fertigkeiten Stück für Stück zu erweitern.

Umschlag mit schöner Zeichnung

Die Sketchnote Starthilfe ist da!

Buch bestellen

Für den MITP-Verlag habe ich schon „Sketching User Experiences“ und „Visuelle Meetings“ rezensiert. Der Verlag hat ein großes Interesse an neuen Themen und unterstützt den Bereich Visual nach Kräften. Als Blogger wird man sehr zuvorkommend, aufmerksam und herzlich behandelt. Ich habe mich riesig über die kleinen Zeichnungen auf dem Sendungsumschlag und dem Anschreiben gefreut. Bestellt doch bitte das Buch eher direkt über den Verlag als über Amazon.

Die Sketchnote Starthilfe

Tanja Wehr, 1. Auflage 2016

264 Seiten, Softcover, zweifarbig

Buch 24,99 €, PDF oder EPUB 21,99 €

ISBN 978-3-95845-366-1

MITP-Verlag Die Sketchnote Starthilfe

03 Dez

Individuelle Schriften 3 – Projektinformation

Schriften – Fonts – gibt es im Web massenweise. Zum freien Download oder kostenpflichtig.

Werten Sie Ihre Grafiken und Visualisierungen mit meinen ausgefallenen Handlettering-Kreationen auf. Ich erstelle auf Wunsch (und ohnehin regelmäßig) neue Sets und gestalte Ihnen Schriftelemente für Grafiken, Poster, Flyer, PDF’s.

Die Schriften werden handgezeichnet mit Tinte oder Aquarell, eingescannt und digital weiter verarbeitet.

Nachfolgend meine Schrift „Andrea Sketch-Font“.

sketch-andrea

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